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Charakter

Die Türkisch Angora ist eine temperamentvolle und sehr anhängliche Katze.
Sie kann genussvoll, stundenlang auf dem Schoß liegen, oder als lebendiger
Schal im Genick. Eine Dose Katzenfutter unbemerkt zu öffnen, ist mir
bisher noch nicht gelungen. Man könnte meinen, dass sie eine Woche lang
nichts zu fressen bekommen hat.
Ihren Menschen sucht sich die TUA selbst aus und dieser wird dann von ihr
in Besitz genommen. Ein Papierbällchen ist oft das schönste Spielzeug für
sie und kann stundenlang von ihr apportiert werden. Andere Haustiere, wie
z. B. Hunde sieht die Türkisch Angora als prima Spielkameraden an und oft
entwickeln sich dicke Freundschaften.
Pflege
Das halblange Fell hat wenig Pflege nötig. Da die Türkisch Angora keine
Unterwolle hat, kommen keine Knoten vor und es verfilzt deshalb auch
nicht. Im Grunde ist alle 14 Tage kämmen oder bürsten ausreichend. Weiße
Katzen kann man mit Baby- oder Talkpuder behandeln, um Staubreste
auszubürsten. Waschen sollte man nur, wenn es unbedingt nötig ist und
dann mit einem Spezial- oder Babyshampoo.
Geschichte
Die Türkisch Angora ist eine der ältesten Katzenrassen.
Leider ist sie auch heute noch viel zu wenig bekannt. Mit dieser kurzen
Einleitung, versuchen wir das zu ändern. Wie der Name schon sagt,
kommt die TUA aus der Türkei. Genau genommen aus Ankara [früher: Angora].
Bei dem Namen "Angora" denken wir gleich an ein weiches seidenartiges Fell. Es gibt
aber auch noch Angoraziegen und Angorakaninchen. Im 17. Jahrhundert wurde
die Rasse in West-Europa bekannt. Damals waren es überwiegend weiße
Tiere. Die Katzen waren den höher gestellten Persönlichkeiten
und Adelshäusern vorbehalten. König Ludwig XV. von Frankreich
und Marie Antoniette hatten z.B. solche Katzen.
Später im 19. Jahrhundert wurden die Tiere mit anderen Rassen gekreuzt.
So entstand die heutige Perser-Katze. Sicherlich hat auch bei anderen
Halblanghaar-Rassen die Türkisch Angora ihre Fellqualität
mit eingebracht.
So nach und nach verdrängte die Perserkatze die Türkisch Angora und auf
diese Weise geriet diese Rasse fast in Vergessenheit. In
letzter Minute besann sich der Zoo von Ankara an die Nationalkatze und
richtete somit ein Zuchtprogramm ein.
In Amerika begann man in den 60er Jahren mit der Zucht der TUA, von
dort aus kam die Zucht dieser Rasse auch nach West-Europa - es mussten
aber alle Türkisch Angora-Katzen weiß sein. Gott-sei-Dank hat sich das heute geändert
und man sieht auch farbige Tiere. Chocolade, lilac und Point-Katzen
kommen bei der Rasse nicht vor; es sei denn, man kreuzt die Angora mit
anderen Rassen.
Bei der CFA sind die weißen Türkischen Angoras seit 1973
anerkannt und die Farbigen seit 1978. Die FIFE erkannte zunächst
am 01.09.1988 die weißen Tiere an. Für die anders farbigen
TUAs erfolgte
die Anerkennung hier erst am 01.01.1994.
Es wird in Holland und in Deutschland immer noch mit guten Importtieren
gezüchtet, um die Rasse so zu erhalten, so - wie sie in der Natur vorkommt.
Tiere aus Amerika sind teilweise schon zu "orientalisch" im Aussehen und
auch die Fellqualität hat leider nachgelassen. Man spricht hier vom
dem "amerikanischen Typ". Der ideale Typ sollte aber ursprünglich
sein, zwar elegant - aber nicht zu übertrieben!
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